Der amerikanische Arzt und Pharmakologe, Mathematiker und Physiker Dr. Jeffrey A. Klein experimentierte Mitte der Achtzigerjahre mit einer Lösung, die es ihm als chirurgisch tätigem Hautarzt ermöglichte, an großen Hautarealen in örtlicher Betäubung Operationen vorzunehmen. Er wollte das Narkoserisiko einfach vermeiden. Außerdem ist eine Vollnarkose ist in den USA aus verschiedenen Gründen viel teurer als in Europa. Dr. Klein fand heraus, dass man das Medikament für eine örtliche Betäubung (Lidocain) etwa 15 mal höher verdünnt verwenden kann wie es der Zahnarzt benützt. Trotzdem hat es, vermischt mit weiteren Medikamenten (unter anderem Adrenalin), im Fettgewebe eine vollständig anästhesierende Wirkung, welche bis zu 20 h anhält. Die geniale Idee der hohen Verdünnung in Verbindung mit Adrenalin führt zu einem Verteilungsverhalten im Bereich der Körperkompartimente wie es bis dahin in der Pharmakokinetik nicht bekannt war. Infolge der hohen Verdünnung ist es möglich, diese betäubende Lösung sogar in Volumina von mehreren Litern an Patienten anzuwenden, ohne diese zu gefährden. Operationen in Tumeszenzlokakanästhesie verlaufen in der Regel nahezu blutfrei. Außerdem wirkt die Lösung antibakteriell und Thrombosen entgegen. Die konsequente Weiterentwicklung von Operationstechniken in Tumeszenzlokakanästhesie (in der Medical Well Clinic Dresden werden sieben verschiedene Lösungskonzentrationen verwendet in Abhängigkeit von der jeweiligen Operation) ermöglicht heute routinemäßig zum Beispiel eine Brustvergrößerung in örtlicher Betäubung. Weitere Operationen in Tumeszenzlokakanästhesie sind große Venenoperationen, Faceliftings, alle Fettabsaugungen, Entfernung von Hauttumoren, Körperstraffungen bis zu einer gewissen Größe, Haartransplantationen. ( à verwiesen von Schweißdrüsenabsaugung/ Krampfaderbehandlung/ Brustvergrößerung/ Fettabsaugung) |
