Laserverödung



Wenn von Laserbehandlung im Zusammenhang mit Venen oder Krampfadern gesprochen wird, können damit zwei voneinander getrennt zu betrachtende Therapieformen gemeint sein:


1. Lasertherapie bei Besenreiser-Venen (teleangiektatische Venenerweiterungen in der Haut)

Hier wird von außen ein Laserstrahl bestimmter Wellenlänge mit geringer Energie auf die etwa 1/10 bis 1 mm durchmessende Vene gerichtet. Ziel ist der rote Blutfarbstoff in dieser Mini-Vene. Hier "verfängt" sich die Energie, es wird heiss und die Venenwand schrumpft. Leider verbrennt manchmal ein Teil der Energie auf dem Weg zum Ziel die Haut und es bleiben braune Punkte. Brandblasen sind bei der Lasertherapie nicht selten. Besonders wenn die kleinen "Äderchen" nicht rot sondern blau sind, streut die Energie und der Verödungseffekt bleibt mager. Patienten nach Laser-Verödung berichteten von wochenlangen Schmerzen und Rötungen.

Im Gegensatz zum Laser wird bei der Schaumverödung mit nur einem kleinen "Pieks" oft die Fläche eines Handtellers von Besenreisern befreit. Dafür braucht der Lasertherapeut 20 - 100 "shots" (Schüsse) und jeder davon steht auf der Rechnung. Die Lasertherapie von Besenreisern ist gegenüber der Schaumverödung mit Mikroschaum nur die 2. Wahl. Die Schaumverödung ist effektiver, weniger invasiv, nebenwirkungs-ärmer kaum schmerzhaft und preiswerter. 


2. Lasertherapie bei großkalibrigen Krampfadern (Varizen):

Im Prinzip wird innerhalb eines Führungskatheters eine Faser in die erkrankte Vene eingeschoben, welche Laserenergie leitet und an ihrer Spitze austreten lässt. An dieser Spitze entstehen etwa 1000° C. Die hohe Temperatur führt schlagartig zu einer Verdampfung des im Blut enthaltenen Wassers. Die platzenden Dampfblasen (man kann diese Mini-Explosionen außerhalb des Körpers im Raum hören) leiten die Hitze von innen an die Venenwand. Die hier vorhandenen Eiweiße gerinnen und es kommt zu einem "shrinking" (Zusammenschrumpfen) der Venenwand. 

Soweit die Theorie. In Wirklichkeit bleibt die Spitze der Laserfaser nicht immer genau in der Mitte des Blutstroms, sondern sie schlägt mal nach links mal nach rechts und zerschneidet verbrühend und verbrennend die Venenwand. Dabei entstehen Verkohlungen, welche dort lebenslang liegen bleiben, weil sie von keiner Zelle des Körpers abgebaut werden können. Das ist durch pathologisch-histologische Untersuchungen an Leichen bewiesen worden.
Bei der Lasertherapie wirkt sich nicht nur die große Hitze schädlich auf das umgebende Gewebe aus (Lymphbahnen, Nerven, Arterien, Muskel-, Fett- und Bindegewebe) sondern auch die direkt zerstörende, weil zerschneidende heiße Laserfaser. So sind auch wochenlange Schmerzen zu verstehen, die von Patienten nach Laser-Venenbehandlungen berichtet wurden.

Lymphologen (ärztliche Spezialisten für Lymphwege-Erkrankungen) befürchten, dass nach Einführung der mit Hitze arbeitenden Techniken zur Behandlung von Venenerkrankungen, Lymphödeme zunehmen werden. Ursache dafür seien chronische Entzündungsreaktionen während der Abbauvorgänge an den durch Hitze zerstörten Venen. Das gilt auch für die Radiowellentherapie, bei der angeblich "nur" bis zu 85 Grad wirsam werden. Der direkte Kontakt des schirmartig gespeizten Sondenfächers führt die Energie aber direkt an die Venenwand und damit auch in das umgebende Gewebe.

Von der verletzten, geschrumpften Vene wird erwartet, dass sie sich über den Prozeß einer chronischen Entzündung innerhalb von ein bis zwei Jahren zu einer bindegewebige in Faser umwandelt. Das heißt, der Patient ist mit der Behandlung nicht definitiv versorgt, wenn er den OP verläßt. Noch lange Zeit nach dem Eingriff können unerwartete Nebenwirkungen (zum Beispiel Venenentzündung, Thrombose, Wiedereröffnung der Vene und auch das erwähnte Lymphödem) auftreten und eine weitere, manchmal risikoreiche Behandlung erfordern. 

Die Laser-Methode ist verletzender und invasiver als angenommen wird. Trotzdem kommt es auch bei dieser Hitze basierten endovasalen Technik nach einem Jahr in etwa 10 Prozent zur Rekanalisierung der eigentlich zu verschließenden Stammvene. Die zwischenzeitlich eingetretenen Vernarbungen verhindern eine erneute Anwendung der Lasertechnik. Es muss dann mittels Schaumverödung versucht werden, die Vene stückweise endgültig zu verschließen. Hierbei treten neue Risiken auf. Es handelt sich um Thrombosen oder mögliche neurologische Nebenwirkungen (siehe Radiowellentherapie).

Die Verschäumung des Blutes durch Dampfblasenbildung kann zu neurologischen Schäden des Gehirnes und anderer Organe in Folge einer Mikroembolisation führen. Etwa ein Drittel aller Menschen hat ein offenes Foramen ovale am Herzen (eine mit Abschluß der fetalen Entwicklung nach der Geburt nicht verschlossene Verbindung der beiden Herz-Vorhöfe). Bei Ihnen können die Luftbläschen des Blutschaumes oder durch Hitze entstandene Koagel direkt (also unter Umgehung des Lungenfilters) in den arteriellen Kreislaufschenkel wandern (Recht-Links-Shunt). Dort können sie zu Embolien führen. Plötzlicher Kopfschmerz oder Hör- und Sehstörungen mit engem zeitlichen Bezug zu der Laser- oder Schaumverödungstherapie großer Venen sind so erklärbar. Zum Glück sind diese Nebenwirkungen meistens (aber leider nicht immer) vorübergehend.

Die mit der künstlichen Verletzung und Thrombosierung der Venen verbundene chronische Entzündung zieht die begleitenden Lymphgefäße in Mitleidenschaft. Bei empfindlichen oder von einer Lymphgefäßerkrankung (nichts ahnend) betroffenen Menschen kann dieser Prozeß schließlich in einer dauernden Anschwellung des Jahre zuvor mit einem endovasalen Verfahren behandelten Beines führen. Die kranken Venen sind - vielleicht - vernichtet, dafür aber auch die Lymphgefäße unheilbar geschädigt.

Die Fülle der genannten Nebenwirkungen wird den Patienten meistens nicht erläutert. Sie sind zugleich Hinweise auf eine noch nicht abgeschlossene Meinungsbildung über das Nutzen/Risikoverhältnis der neuen endovasalen Verfahren (Laser, Radiowellen und Schaumverödung) bei fortgeschrittenem Krampfaderleiden.

Wir in der Medical Well Clinic Dresden würden das Ausmaß möglicher Nebenwirkungen und mangelnder Therapieerfolge bei Laser- und Radiowellentherapie nicht akzeptieren.

Allen endovasalen Verfahren gemeinsam ist: es wird nie die Ursache des Krampfaderleidens behandelt, weder in der Leiste noch in der Kniekehle. Der Rezirkulationskreislauf bleibt prinzipiell bestehen. Dieser aber ist nach Prof. HACH, Ffm, entscheidend für das Entstehen und die Unterhaltung des Krampfaderleidens.

Wenn ein Arzt nicht professionell die veränderte Venensituation in der Leiste operativ aufdeckt, können ihm weitere krankhafte Veränderungen entgehen, die er mit "Laser" oder "Radiowelle" nicht erkennen und behandeln kann. So z.B. eine insuffiziente äußere Schamvene, die schmerzhafte und hässliche Krampfadern an den Schamlippen mitbedingen kann. Auch eine syphon-artige, einmündungs-nahe Erweiterung der zusätzlichen seitlichen Rosenvene lässt sich nur durch direkte operative Behandlung regelrecht und sanft beseitigen.

Zu allem Überfluss an negativen Aspekten der endovasalen, hitzebasierten Verfahren kommt noch die Bequemlichkeit vieler Ärzte: sie führen die Sonden am Innenknöchel ein, weil hier die Stammvene leicht zu erkennen ist. Wenn sie besser unterhalb des Kniegelenkes (am Boyd´schen Punkt) mit Hilfe des Ultraschallgerätes die Stammvene aufsuchten und hier punktierten, hätten sie dem betroffenen Patienten wenigstens die "Bypass-Vene" erhalten.

Nach unserer Meinung werden sich bei fortgeschrittenem Krampfaderleiden die Laser- und die Radiowellentherapie langfristig nicht durchsetzen.


(→ verwiesen von KrampfaderbehandlungBesenreiserbehandlung)