Experimentelle Venenoperationsverfahren


à verwiesen von VenenchirurgieKrampfaderbehandlung)

Neuere, noch experimentelle Therapieansätze sind die Hitze basierte, endovasale Verfahren. Das sind keine wirklichen Operationen und sie werden auch gerne von Ärzten aufgegriffen, die keine operative Ausbildung haben. Allen Methoden gemeinsam ist, dass sie die Ursache der meisten Venenerweiterungen, die defekten Klappen in der Leiste oder in der Kniekehle, nicht anrühren. Verlockend für den Patienten erscheint "nicht operiert werden zu müssen". Solche Methoden aus dem High-Tech-Bereich werden als ultima ratio angepriesen, obwohl diese sich noch immer im experimentellen Stadium befinden. Der Patient hat oft den Eindruck, es handele sich um zweifelsfreie, bewährte Verfahren. Dem ist nicht so! So erzeugt die sogenannte Radiowellentherapie  eine Temperatur von etwa 85 Grad an der inneren Venenwand und die Anwender geben zu, nichts Genaues über die sogenannten Kollateralschäden zu wissen. Für dieses Verfahren werden Einmalgeräte benötigt, die etwa 700 - 800 EUR kosten, abgesehen von weiterem, teurem technischem Aufwand. Die Rezidivraten (das Wiederkehren der Venenschwäche) sind zu hoch (Radiowellentherapie). Ein Patient drückte es so aus: "In meinem Körper verblieb verkochter und verbrannter Venenmüll." Drastischer und besser kann man es in wissenschaftlicher Sprache nicht ausdrücken. Dieser "Venenmüll" muss vom Körper langsam abgebaut werden.

Auch zieht die endovasale Lasertherapie (Laserverödung) viele Patienten an, weil von dem Begriff des Lasers eine magische Anziehungskraft auszugehen scheint. Hierbei wird eine dünne Glasfiber-faser vom oberen Unterschenkelvenenanteil (leider zunehmend auch vom Innenknöchel aus, weil hier die große Rosenvene einfacher und zeitsparender zu finden ist) bis in die Leiste hoch geschoben. Wenn dieses Manöver überhaupt bei stark geschlängelten und Mäander förmig liegenden Venen gelingt, ist die Perforationsgefahr viel zu hoch. Wenn Laserenergie durch die Faser geleitet wird, entsteht an ihrer Spitze ein Hitzepunkt von etwa 1.000 Grad Celsius. Es kann nicht zuverlässig verhindert werden, dass beim Zurückziehen der Faser Venenwände verletzt, zerschnitten und die Venenumgebung in Mitleidenschaft gezogen werden. Herr Prof. PROEBSTLE ist einer der erfahrensten Anwender dieser Technik. In seinen Veröffentlichungen spricht er von über 10 % Rezidiven nach einem Jahr. So viele größere Stammvenen haben sich wieder geöffnet. Die Ursache des Venenleidens ist dann wieder aktiv, der Patient muss erneut, jetzt aber unter erschwerten Bedingungen, mit Stripping operiert werden. Wenn das wegen Vernarbungen nicht mehr möglich ist, kommt nur noch die sequentielle Schaum-Sklerosierung in Frage.  

Wenn der Pathologe die bei der Korrektur-Operation entfernten Venenreste untersucht, findet er Verkohlungen als Folge innerer Verbrennungen (Laserverödung). Siehe auch weiter oben am Ende des vorigen Absatzes.


Wir hatten den Fall einer Patientin, aus der Karibik kommend, die 2001 im Rhein-Main-Gebiet von einem für dieses Verfahren sehr bekannten - auch auf dieser Seite genannten - Arzt im Abstand von 1 Woche zweimal an der re. großen Rosenvene mit Laser therapiert wurde - beide Male ohne Erfolg. Der Kollege wollte der Patientin die gleiche Prozedur zum dritten Mal anbieten, sie lehnte ab.

Wir haben die Patientin nach der Methode von OESCH in TLA definitiv operiert und die vollständig erhaltene, aber durchgängig klappen-insuffiziente Vene zur histologischen Untersuchung eingeschickt. Der Pathologe beschrieb eine schwere Varikose ohne Spuren einer Lasertherapie. Man muss dabei wissen, dass die für die Lasertherapie typischen Verkohlungen lebenslang im Gewebe (an der Stelle des abgebauten "Venenmülls" nachweisbar bleiben würden. Die Dosierung der Laserenergie ist also auch für Spezialisten ein Problem. Manchmal ist die Wirkung zu stark (Verkohlung), manchmal zu gering (keine Wirkung). 
Zum Beweis der Behauptungen kann die Identität der Patientin aus dem eingefrorenen Präparat per DNA nachgewiesen werden.


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